Geschichte Metallbau

  • ca. 1-2 Mio. Jahre Steinzeit: Der Mensch nutzt Stein und organische Materialien für Werkzeuge und Waffen. Metalle sind noch unbekannt.

  • ab ca. 7. Jt. v. Chr. Erste Metallverarbeitung: Im Nahen Osten beginnt die Verarbeitung von Metallen, zunächst sporadisch.

  • ab ca. 4000 v. Chr. Kupferzeit: Erste Kupferartefakte tauchen auf. Kupfer wird der neue Werkstoff, anfangs selten, dann immer weiter verbreitet.

  • ca. 4000 - 1200 v. Chr. Bronzezeit: Entwicklung von Legierungen, insbesondere Zinnbronze. Die Bronzezeit erreicht ihren Höhepunkt um 1200 v. Chr.

  • ca. 1400 v. Chr. Eisenverhüttung: Im Nahen Osten kommt die Eisenschmelze aus Erzen in den allgemeinen Gebrauch.

  • ab ca. 1200 v. Chr. Eisenzeit & Stahl: Eisen beginnt, Bronze bei Werkzeugen und Waffen zu verdrängen. Um 1200 v. Chr. wird Eisen durch Aufkohlung zu Stahl veredelt.

  • ab ca. 800 v. Chr. Metallverarbeitung in Mitteleuropa: Mit der Hallstatt-Zeit setzt die Verarbeitung von Metallen auch in Mitteleuropa ein.

  • Römische Antike Industrielle Ausmaße: Die Metallproduktion erreicht in der römischen Antike erste industrielle Ausmaße, z.B. für Münzen, Rüstungen und Werkzeuge.

  • Mittelalter Eisen im Alltag: Eisen findet breite Anwendung für den täglichen Bedarf, wie Tore, Geländer, Haushaltsgegenstände und Waffen. Die Schmiedekunst blüht.

  • 14. Jahrhundert Eisenguss in Europa: Mitteleuropäischen Eisenmachern gelingt das Schmelzen und Gießen von Eisen in primitiven Hochöfen.

  • 1480 Walzwerk von da Vinci: Leonardo da Vinci entwirft die ersten echten Walzwerke.

  • 1615 Drahtfabrikation: In Deutschland wird die Fabrikation von Stahldraht eingeführt (z.B. durch Hermann Schmöle in Iserlohn).

  • 1777-1779 Erste Eisenbrücke: Die berühmte Severnbrücke in Coalbrookdale (England) wird als erste große Eisenbrücke der Welt errichtet.

  • 1779 Eiserner Dachstuhl: Der Grand Salon des Louvre in Paris erhält einen eisernen Dachstuhl.

  • 18./19. Jh. Industrielle Revolution: Die Industrialisierung bringt bahnbrechende Veränderungen. Handwerkliche Fertigung wird zunehmend durch Maschinen ersetzt.

  • Mitte 19. Jh. Eisenbau im Bauwesen: Der Eisenbau hält als erste moderne Bauweise Einzug. Verbesserte Schmelzöfen steigern die Produktion enorm.

  • Mitte 19. Jh. Der moderne Baustahl: Die Entwicklung von Verfahren wie dem Bessemer-Stahl erlaubt die Herstellung von hochwertigem und preiswertem Stahl in großen Mengen.

  • Ende 19. Jh. Stahl als Baustoff: Stahl wird zum dominierenden Werkstoff für den modernen Hochbau, insbesondere für die ersten Wolkenkratzer in Städten wie Chicago und New York.

  • 1898 Erstes Stahl-Gebäude: Das Geschäftshaus Jelmoli in Zürich gilt als das erste ganz in Stahl erbaute Gebäude.

  • Anfang 20. Jh. Dynamische Entwicklung: Die Stahlbauweise durchläuft eine rasante Entwicklung und wird zur ersten der modernen Bauweisen.

  • 1920er Jahre Die Schweißtechnik: Das Schweißen etabliert sich als neue, beherrschende Verbindungstechnik im Stahlbau und löst allmählich das Nieten ab.

  • 1957 Kohlenkrise: Der Niedergang der traditionellen Montanindustrie in Europa beginnt mit der Kohlenkrise und verändert die Stahlproduktion grundlegend.

  • 1957 Beginn der Stahlkrise: Die Kohlenkrise von 1957 leitet den Niedergang der traditionellen Montanindustrie in Europa ein.

  • 1960er Jahre Stahl im Fertighausbau: Stahlunternehmen wie Hoesch und Krupp steigen in den 1960er-Jahren in den Fertighausbau ein – ein Versuch, neue Endverbrauchermärkte zu erschließen.

  • 1960 Produktivität in der Stahlerzeugung: Ein Beschäftigter produziert ca. 80 Tonnen Rohstahl pro Jahr. Die Branche beschäftigt in Deutschland rund 450.000 Menschen.

  • 1960er–1970er Strukturwandel im Ruhrgebiet: Die jahrzehntelange Konzentration auf Bergbau und Stahlindustrie weicht einem tiefgreifenden Wandel – tausende Arbeitsplätze gehen verloren

  • 1960er–1980er Vielfalt im Wohnungsbau: Die Jahrzehnte zeigen eine breite Palette an Wohngebäuden, die die sich wandelnden Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen widerspiegeln.

  • 1970er Jahre Freizeitparks aus den USA: Eine neue Idee – Freizeitparks – hält Einzug in Deutschland und eröffnet dem Metallbau neue Anwendungsfelder.

  • 1974 Strukturbruch: Das Jahr 1974 markiert einen nachhaltigen Einschnitt für die Eisen- und Stahlindustrie mit stark veränderten Produktions- und Nachfragestrukturen.

  • 1970er–1980er Forschung zur DDR-Stahlbaugeschichte: Modelle des „Metalleichtbaukombinats Leipzig“ aus dieser Zeit werden heute untersucht, um Einblicke in die Industriegeschichte der DDR zu gewinnen.

  • 1980er Jahre CAD hält Einzug: Computer-Aided Design (CAD) beginnt sich in der Konstruktion und im Ingenieurwesen durchzusetzen und revolutioniert die Planung.

  • 1980er Jahre Neue Verbundbrücken-Konstruktionen: Im Brückenbau werden Stege zunehmend durch metallische Elemente wie versteifte Bleche, Fachwerke oder Faltbleche ersetzt.

  • 1980–2000 Arbeitsplatzverlust: Allein im Ruhrgebiet gehen in diesen zwei Jahrzehnten rund 500.000 Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren.

  • 1990er Jahre Weitere Stahlkrisen: Die Stahlindustrie durchlebt erneut Krisenjahre.

  • 1990 Wende in der DDR-Industrie: Das Kombinat Zentraler Industrieanlagenbau der Metallurgie wird im Zuge der Wende aufgelöst.

  • 2000er Jahre Globaler Wettbewerb: Die Zahl der Länder mit eigener Stahlerzeugung steigt auf über 100. Junge Industrienationen werden wettbewerbsfähig.

  • 2010 Produktivitätssprung: Ein Beschäftigter produziert nun ca. 500 Tonnen Rohstahl pro Jahr – bei nur noch 90.000 Beschäftigten in Deutschland.

  • Um 2010 Metall-3D-Druck etabliert sich: Die additive Fertigung mit Metallen wie Titan und Edelstahl hält Einzug in die Industrie.

  • 2020er Jahre Fokus auf Nachhaltigkeit: Die Reduzierung von CO₂-Emissionen in der Stahlproduktion rückt in den Mittelpunkt – etwa durch Machbarkeitsstudien zum Einsatz regenerativer Energien.

  • 2024 Automatisierung im Metallbau: Einführung innovativer Maschinen zum automatischen Entgraten von Metallteilen – ein Prozess, der zuvor manuell erfolgte.

  • 2026Blick in die Zukunft: Die Bautechnikgeschichte widmet sich unter anderem der Wissenschaftskommunikation – ein Zeichen für die wachsende Bedeutung von Wissenstransfer in der Branche.


Unsere Geschichte

Seit drei Generationen verbinden wir Tradition mit moderner Metallbaukunst.

Die Geschichte der Etzold GmbH beginnt bereits 1945: Nachdem der Ehrenberger Schmiedemeister Ulbricht aus dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zurückkehrte, übernahm Erwin Etzold im Juni die lehrstehende Schmiede in dem sächsischen Ortsteil von Altenburg.

Im Oktober 1945 wurde der Schmiedebetrieb offiziell in die Handwerksrolle eingetragen. Als geschickter Handwerker erwarb er sich schnell einen guten Ruf und fertigte nach Bedarf allerlei Gebrauchsgegenstände – unter anderem Siruppressen, Zäune, Tore und Geländer. Er reparierte die Ackergeräte der Bauern oder baute sie zweckmäßig um.

Durch eine zweijährige tierärztliche Weiterbildung zum Hufschmied konnte Erwin Etzold ab März 1949 auch Pferde mit neuen Eisen versorgen. Durch zahlreiche erfolgreiche Hufbeschlagwettbewerbe war er auch überregional als „Orthopäde“ für Problempferde bekannt, sogar von weit angereisten. Am Ortseingang von Ehrenberg entstand 1949 die neue Werkstatt. Erwin Etzold richtete sich darin nach seinen Bedürfnissen ein.

Im Januar 1979 übernahm der Maschinenbauingenieur Wolfgang Etzold den väterlichen Betrieb. Die Zeit der Schmiede war so gut wie vorbei und so wurde die Produktion in der Werkstatt auf überwiegend geschweißte Bauteile umgestellt. Reparaturen an Lastkraftwagen und landwirtschaftlichen Geräten sowie die Neuanfertigung von Bordwänden, Geländern und Toren waren zu dieser Zeit der Renner. Die Firma Etzold war damals eine der wenigen privaten Firmen, die über eine CO2-Schweißmaschine (MAG) und Biegemaschinen verfügte. Mit den neuen Maschinen konnten Ende der 80er Jahre vermehrt Rollstühle aus Stahlrohren hergestellt und vertrieben werden.

Unmittelbar nach der Wende ging es Schlag auf Schlag. Auf Messen lernten sich Wolfgang Etzold und der Geschäftsführer der Firma Sopur aus Malsch (bei Heidelberg), Herr Purkott, kennen. Die Firma Etzold, seit 1990 als GmbH geführt, produzierte daraufhin Teile des Sortiments von Aluminiumrollstühlen. Außerdem übernahm man den Vertrieb der Rollstühle in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie . Durch die Erweiterung der Produktion wuchs die Etzold GmbH innerhalb eines Jahres von 1 auf 18 Mitarbeiter. Der Umzug in eine größere Produktionshalle in der Nähe war daher unumgänglich. Zu diesem Zeitpunkt produzierte die Etzold GmbH ca. 150-300 Aluminium-Rollstühle pro Woche. Auch Eigenkonstruktionen für den Reha-Bereich wurden hergestellt. Leider ging die Ära der Rollstuhlherstellung durch die Verlagerung der Produktion in billigere Fertigungsländer 1996 so schnell zu Ende, wie sie begonnen hatte.

Die Etzold GmbH nutzte daraufhin den Boom in der Bauwirtschaft und etablierte sich als Metall- und Stahlbauer – bei großen Bauprojekten in der näheren Umgebung und auch Bundesweit. Durch die Anschaffung einer Laserschneidanlage und CAD-Technik konnte die Etzold GmbH auch Produkte für Industrieunternehmen anbieten. Man etablierte sich als Zulieferer bei verschiedenen Busherstellern.

Erneut wurde die Werkstatt zu klein, also zog die Etzold GmbH 2004 nach Schmölln. Dort erweiterte man die Produktionsfläche auf 1000 m². Die Produktion von Buskarosserien wurde weiter ausgebaut, so dass 2012 sogar noch ein Anbau notwendig wurde, der die Fläche verdoppelte. Hier wurde jeden zweiten Tag das komplette Untergestell eines Busses mit Motorträger, Frontbügel, Zwischenboden und Dach für Neoplan-Busse hergestellt. Auch Komponenten und Einzelteile für andere Hersteller wurden gefertigt.

Im Jahr 2015 feiert die Etzold GmbH stolz ihr 70-jähriges Jubiläum. Mittlerweile werden unter anderem Fahrgestelle für Kleintransporter, Fahrzeugteile für Anhänger und PKW, Grundrahmen für Industrieanlagen und diverse Gebrauchsartikel für Privathaushalte hergestellt. Ab 2018 konzentrierte sich die Etzold GmbH als Zulieferer auf die Produktion von Fahrgestellen, zum Beispiel für Toilettenanhänger und Verkaufswagen. Ebenso erfolgreich konnte eine Produktionslinie in der Chemie- und Energieerzeugungsbranche etabliert werden. Auf den komplexe Baugruppen und Transportskids werden Pumpenanlagen oder Energietechnik weltweit montiert werden. Als lösungsorientierter Partner können komplexe Projekte in der Fertigung für Automobilzulieferer umgesetzt werden.

Hier bietet das Schmöllner Metallbauunternehmen die Entwicklung und Umsetzung komplexer Aufgabenstellungen für deren Produktionsprozesse an. Seit 2020 wird auch die Bauindustrie wieder zum Kerngeschäft der Etzold GmbH. Die Fertigung und Montage von Treppen und Geländern rückt in den Fokus.

Wolfgang Etzold in der alten Werkstatt in Altenburg mit einem RollstuhlherstellerWolfgang Etzold in der alten Werkstatt in Altenburg mit einem Rollstuhlhersteller

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